Es kam der Herbst…

Es kam der Herbst…
Herbst in Speyer 2016 Copyright O. Al Syah

Herbst in Speyer 2016,  Courtesy: O. Al Syah

 

Es kam der Herbst…
Es kam die Zeit, dass du ihn liebtst
Und ich liebte ihn für dich
Jedes Blatt wird fallen auf den Boden,
ich werde es in meinem Herzen tragen, in
meiner Hand halten…
Und ich werde mich an dich erinnern…

Obada

Moderne Medien und die Kommunikation

Moderne Medien und die Kommunikation
Scheherazade und gute Geschichten

Scheherazade und gute Geschichten

Moderne Medien und die Kommunikation
Jede Zeit hat ihre Kommunikationsform. Waren es in der grauen Vorzeit vornehmlich Gesten und Grunzlaute, entwickelten sich die Menschen und ihre Kommunikationsarten und -formen weiter. Es kamen Wandbilder, Zeichen am Boden oder an den Bäumen hinzu, sogar Wörter, Sätze, ganze Geschichten.Was ist der Mensch heute doch für ein kommunikatives Wunder! Sprache und Schrift, Gesten und Bilder werden auf unterschiedlichste Art und Weise genutzt und praktiziert. Wenn es um Reden geht, sind viele Menschen zu Quasselstrippen geworden. Andere schweigen sich aus. Wieder andere reden so viel, dass niemand eine Chance hat, sie zu unterbrechen. Interessanterweise sind darunter auch Menschen, die niemanden an sich heran lassen wollen, also Reden als Schutzmechanismus ähnlich wie Schweigen.

 

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Podcast

Unser Podcast zum Thema Storytelling ist online. Wenn du eine Geschichte hast, die du unbedingt der Welt mitteilen willst,

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Siegfried

Frisches Brot und Kommunikation, ein Paar seit alter Zeit!

Frisches Brot und Kommunikation, ein Paar seit alter Zeit!

Brot - frisch aus dem Ofen

 

Frisches Brot und Kommunikation, ein Paar seit alter Zeit!

Frisches Brot und selbst gemachte Butter, welch’ herrliche Kindheitserinnerungen. Ich belauschte ein Gespräch beim Friseur, da wurde geschwärmt und getrauert. Geschwärmt über die wunderbaren sinnlichen Erfahrungen, getrauert über die vielen Dinge, die verloren sind. Es gibt keine Kuhherden mehr – wegen des Tourismus, die Wiesen verwildern, es wachsen keine Kräuter mehr. Ein Kreislauf ist zerstört, selbst die kleinen Orchideen sind verschwunden.

Das Brot wurde im Backhaus in der Dorfmitte gebacken. Dort traf man sich, heizte für den Freitag den großen Backofen an. Freitags kamen alle und brachten die vorbereiteten Laibe, schoben sie in den Ofen. Da nicht viel Zeit war zur Vorbereitung des Mittagessens, wurde gleich ein großer Topf mit hineingeschoben (im Elsass bekannt als „Baeckeoffe“, ansonsten auch schlicht Eintopf mit frischem Gemüse und Fleisch und Brühe). Dann war Zeit zum Reden, Zeitungsersatz. Alle Informationen der vergangenen Woche kommen auf den Tisch. Kommunikation ist ein wesentliches Thema.

Wieder kommt die Erinnerung: Die Kühe gaben Milch, jeden Tag frische Milch. Die Milch wurde weiter verarbeitet zu Butter, Sahne, Dickmilch. Das Getreide wurde noch auf dem Feld gezogen, gehegt und gepflegt und dann im Herbst geschnitten, getrocknet und auf der Tenne gedroschen, damit sich die Spreu vom Weizen trennt. Das Getreide wurde in der Mühle gemahlen, zwischen großen Mühlrädern, die durch Wasser oder Wind angetrieben wurden. Mehl entstand so aus Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste und anderen Getreidearten. Dann war es bereit zum Brot backen.

Frisches Brot aus dem großen Dorfbackofen bestrichen mit frischer selbst produzierter Butter, welch’ ein Genuss!

Kindheit, wo bist du geblieben mit allen deinen schönen Erinnerungen und Erlebnissen und Genüssen? Eine Zeit, wo Kinder noch miteinander spielten, sich Geheimnisse anvertrauten, gemeinsam die Welt erkundeten und ihre Erfahrungen sammelten ohne Handys und sonstige Kontrollen.

Tatsächlich war Brot backen Kommunikation pur. Am Freitag war Brot-Back-Tag und alle im Dorf kamen zusammen, tauschten die neuesten Neuigkeiten aus, pflegten die Beziehungen durch Kommunikation, und nebenbei wurde Brot gebacken, das Essen für den Tag war gleich mit im Ofen. Das ließ Zeit und Raum zur Pflege der Nachbarschaft und der Beziehungen im Dorf. Ein paar seit alter Zeit: Brot backen und Kommunikation.

 

 

 

 

„Hm“ oder Wie ich lernte, den modernen Museumsbesucher zu hassen

„Hm“ oder Wie ich lernte, den modernen Museumsbesucher zu hassen
© Petra Schmidt / pixelio.de

© Petra Schmidt / pixelio.de

Dirk Henel, ein guter Freund, scharfer Beobachter und selbst Kunstschaffender, ist begeisterter Museumsbesucher. Doch was er am 26.3.16 erlebte, veranlasste ihn, diesen Artikel auf Facebook zu posten. Ich habe seine Erlaubnis, diesen Artikel hier in meinem L.I.S.A. BLOG zu veröffentlichen. Hier geht es schließlich auch um Kommunikation.

 

„Hm“ oder Wie ich lernte, den modernen Museumsbesucher zu hassen

Anfang der 90er Jahre stöhnt der Bankkaufmann „Hm..?“ beim Besuch im Modernen-Kunst-Museum in einer Episode vom Komiker-Duo Badesalz. „Hm“ hieß so viel wie: „Was will uns das Kunstwerk sagen?“ oder „So ein einfacher Quatsch soll Kunst sein?“ Besser und ehrlicher wäre: „Ich finde keinen Bezug dazu oder ich mache mir erst gar nicht die Mühe, die Aussage des Künstlers in seinem Werk verstehen zu wollen.“

 

Karfreitag. Karlsruhe im ZKM. Das Handy hinter mir klingelt, während ich versuche das Script zu einem Exponat der Ausstellung „New Sensorium“ und „Global Control and Censorship“ über Köpfe hinweg einigermaßen zu erahnen. Enthusiastisch schildert der Besucher hinter mir die Gaumenfreude seines gerade eingenommenen Mittagessens in der Museums-Lounge in sein Smartphone hinein. Aufgetakelte Disco-Ladies schubsen sich währenddessen an mir vorbei und verkünden in Raumlautstärke, dass das ja hier „… geschmacklos sei und überhaupt – was soll der Quatsch …“ Hastig huscht die nächste Gruppe in das nächste Ausstellungskabinett, vorbei am Script mit schnellem Blick auf die Leinwand. „Geht an mich / geht nicht an mich?“

 

Dann kommt es wieder – das gute alte „Hm“ von Gerd Knebel und Henni Nachtsheim. „Hm“ heißt heute soviel wie „Was mache ich überhaupt hier?“ Warum soll ich mir die Mühe machen zum Exponat die Einführung zu lesen, dauert eh alles viel zu lang. Wäre ich besser ins Kino nebenan gegangen und hätte mir den neuen Bond-Film angetan. Action pur und keine Fragen, mit denen ich mich auseinandersetzen muss.

 

Ja, lieber Museumsbesucher. „Herzlich Willkommen“ im 21. Jahrhundert! Falls Sie es noch nicht bemerkt haben, wir leben inzwischen schon in der Epoche nach der zweiten Moderne. Hä, Moderne? Ja, richtig. Die abbildende Kunst ist seit dem 19. Jh. passé. „… die abbildende Funktion ist sicher die primäre Funktion von Kunst überhaupt. Bis ins 19. Jahrhundert war sie das einzige Medium, um in bildlicher Form den Wissens- und Erkenntnisschatz der Menschheit festzuhalten. Dann, in der Folge neuer technischer Abbildungsmedien, begann sie, ihre Orientierung an der Erscheinungswelt aufzugeben und gegen die Abbildung einer Erfahrungswelt auszutauschen. In ihren Äußerungsformen zeigt sich das zu einem historischen Zeitpunkt Wahrgenommene und auch seine Wahrnehmungsweise …“

Exponate lassen sich nicht einfach nur noch mal schnell konsumieren wie ein Burger bei McDoof. Man muss schon ein bisschen Mühe und Anstrengung mitbringen für das Kunstwerk. Anstrengung, die übrigens auch der Anstrengung des Künstlers gerecht wird. Denn der hat nicht mal schnell einen Hirnfurz mit Fingerfarbe an Kindergartenfenstern visualisiert, sondern u.U. wochen- und monatelang an der Umsetzung einer Idee, Fragestellung, Kritik an Staat und Gesellschaft etc. gearbeitet und vorher seine Hausaufgaben gemacht. Nebenbei macht er noch sichtbar, was sonst verdeckt erscheint.

 

Kunst ist längst intellektuell und die Werke sind schon lange nicht mehr ohne Beiwerk im Vorbeigehen zu konsumieren. Wir leben in einer komplexen Welt, die jeden Tag komplexer, komprimierter und informeller wird. Folglich wird auch der Gehalt eines modernen Exponates höchst komplex und vielschichtig und bedarf einer gewissen Aufmerksamkeit, um verstanden zu werden.

 

Bitte bitte, alle, die ihr den falschen Event für euren Familienausflug gewählt habt, die Restauranttür mit dem Museumseingang verwechselt habt, macht euch bitte die Mühe, der Kunst im modernen Kunstmuseum gerecht zu werden, schaltet eure Smartphones auf leise, knebelt eure Rotzlöffel, labert nicht kreuz und quer direkt am Exponat und plant dabei lautstark euren Firmen-Event demnächst hier … und wie Dieter Nuhr immer so schön sagt: „Wenn man mal nichts weiß, einfach mal die Fresse halten!“